FAQ Computergesteuerte Maschinen ( deutsch )

Inhalt : Sektion B, Mechanische Fragen

1.) Was ist falsch, wenn die Gravur auf einer Seite tiefer ins Material fräst ?

2.) Erfahrungen Verhältnis Schrifthöhe zu Fräserbreite

3.) Tiefenbegrenzerkappe

4.) Wann ist der Fräser verschlissen und muß ersetzt werden ?

5.) Wann verwende ich Hartmetallfräser - Wo liegen die Vorteile gegenüber HSS ?

6.) Nach dem Starten fährt die Maschine unerwartet weg

7.) Der Gravierkopf fährt links gegen die Begrenzung der Maschine

8.) Besonderheit beim Zylinder Gravieren

9.) Besonderheit der HPGL Steuerung

10.) Diamantgravuren

11.) Rotierende Diamantgravuren ( Glas, V2A, empfindliche Oberflächen )

12.) Spannvorrichtungen / Sonderspannvorrichtungen

13.) Ausfärben der Gravur


Sektion B, Mechanische Fragen

 

 

 

 

 

 

1.) Was ist falsch, wenn die Gravur auf einer Seite tiefer ins Material fräst ?

In diesem Falle ist die Gravurfläche, also z:B. das Schild, nicht plan zur 
Bestreichungsfläche des Fräsers. Benutzen Sie entweder einen Tiefenbegrenzer, 
oder, sollte das aufgrund einer empfindlichen Oberfläche ( z.B. poliertes Messing ) 
nicht möglich sein, so muß das Schild plan gespannt werden. Dies erreichen Sie 
entweder mit einer Vakuumspannplatte, oder durch Unterlegen von Meßblechen 
oder sonstigen Dünnen Gegenständen.

Benutzen Sie bereits einen Tiefenbegrenzer, und die Gravur ist auf einer Seite 
tiefer, so überprüfen Sie, ob nicht anstelle der Tiefenbegrenzerkappe der Tiefen-
Anschlag des Gravierkopfes aufliegt. ( siehe Bild )

Prüfen Sie weiter nach, ob das Schild plan gespannt ist, das heißt es nicht durch die Spannung wölben. 
Kontrollieren Sie, ob das Schild plan aufliegt, oder ob Nuten daruter das Material durchbiegen lassen.

2.) Erfahrungen Verhältnis Schrifthöhe zu Fräserbreite :

Gravurhöhe

1,5 mm

2-3 mm

3-4 mm

5-6 mm

7-8 mm

8-10 mm

10-12 mm

12-16 mm

16-20 mm

20-24 mm

24-30 mm

Fräserbreite

0,2 mm

0,3 mm

0,5 mm

0,75 mm

1 mm

1,25 mm

1,5 mm

2 mm

3 mm

3 mm

4 mm

Tiefenbegrenzer

2

2

3

5

Bemerkung : Fräserbreite = 1/7 der Gravurhöhe ( Schrifthöhe ).

3.) Tiefenbegrenzerkappe :

Eine glatte Auflagefläche der Tiefenbegrenzerkappe ist zusammen mit der Schärfe des Fräsers entscheidend 
für die Qualität der Gravur. Es ist ratsam, die Teflon bzw. Stahlkappen nur für ein bestimmtes Material ( z.B. 
polieretes Messing ) bereitzulegen. Vor Arbeiten mit empfindlichen Oberflächen sollte die Auflagefläche 
durch eine Lupe betrachted werden, und eventuelle Ablagerungen mittels Polierstein beseitigt werden. 
Dies ist besonders für zapponierte Zierzinnteller wichtig. Es kommt vor (vorwiegend bei den Teflonkappen ), 
daß sich Spänchen ins Material arbeiten, die dann Schatten nach der Gravur hinterlassen. 
Die Spanabsaugung ist hilfreich, dies zu vermeiden, und sehr zu empfehlen.

Weiteres Hilfsmittel ist beispielsweise eine Paste ( Deckweiß, da wasserlöslich ) die vor der Gravur 
aufzutragen ist.

Der Richtige Durchmesser der TB-Kappe ist ebenfalls wichtig. Müssen Sie nah an den Rand gravieren, 
brauchen Sie eine möglichst kleine Kappe im Außendurchmesser. Fräsen Sie dagegen Fächen aus, 
so muß die Fräserbahn immer von innen nach außen laufen, damit ihnen nicht passiert, auf '2 Etagen 
zu gravieren' :

 

 

 

 

 

 

 

Dies läßt sich auch verhindern, indem man eine sehr große TB Kappe wählt.

4.) Wann ist der Fräser verschlissen und muß ersetzt werden ?

Der Fräser ist verschlissen, wenn eine Zahl / Buchstabe trotz 
der richtigen Graviertiefe nicht sauber ausgefräst wird, und an 
den Seiten Grad zu erkennen ist.

Fräser funktionstüchtig ( scharf )

 

Zum Nachschleifen empfehlen wir, die Fräser zu unserem Schleifservice zu schicken. Wir haben all die 
Berufserfahrung, die man zum Anschliff benötigt.

Darüberhinaus bieten wir eine Schleifmaschine zu diesem Zweck an. Nähere Informationen zum 
Fräseranschliff = siehe FAQ Schleifmaschinen ( hier LINK FAQ
  Schleifmaschinen )

Als sehr praktisch hat sich ein Fräsersortiment von ca. 5  St. alle mit unter-schiedlichen 
Schnittbreiten ( 0,3 - 0,5 - 0,7 - 1,0 - 1,2 ) , erwiesen.Diese jeweils doppelt, also insgesamt 
10 Stück, erlaubt, die jeweils stumpfen Fräser zum Nachschleifen einzuschicken, und trotzdem 
weiterarbeiten zu können.

5.) Wann verwende ich Hartmetallfräser - Wo liegen die Vorteile gegenüber HSS ?

Hartmetall-Fräser sollten nur eingesetzt werden, um HSS-Fräser zu übertreffen, und so den häufigeren 
Nachschliff zu ersparen. Zu spitze Fräser unter 0,5 mm Schnittbreite und sehr schlanke Anschliffwinkel 
sind nicht zu empfehlen, da der Hartmetallf-Fräser bruchempfindlicher ist ( Faustregel = je härter, je 
bruchempfindlicher ) Schon geringes Antsoßen, beispielsweise beim Einrichten der Arbeit ,kann zu 
Beschädigungen führen.

Für Kunststoff ist Hartmetall besonders gut geeignet. Insbesondere bei stark schmirgelnden Kunststoffen 
wie Resopal, Bakelit, etc. haben sich HM-Fräser sehr gut bewährt. Sie haben 30 - 50- fache Standzeit 
gegenüber HSS Fräsern. Aber auch für Stahl und Nichtrostende Bleche ( V2A ) finden HM-Fräser 
den Vorzug. Mann sollte jedoch die Schnittbreite von 0,8 - 0,5 nicht unterschreiten.

Die Schnittgeschwindigkeit der HM Werkzeuge sind allgemein sehr hoch. Es ist in jedem Fall die 
höchst mögliche Tourenzahl an der Graviermaschine einzustellen. ( min. 15.000 U/min )

Ein Nachteil des HM Fräsers ist die unter dem Mikroskop sichtbare Ausbröckelung der Schnittkante  
im Mikrobereich. Dadurch ist der HM-Fräser nicht so scharf wie ein HSS Fräser, was zum Beispiel bei 
weichen Materielen zum Schmieren und zu einer Aufbauschneide am Fräser führt. Ein weiterarbeiten ist 
dann nicht mehr möglich. Ungünstig wirkt sich hier die durch die oben erwähnten hohen Drehzahlen 
auch zu hohe Temperaturen beim Zerspanen erzeugt.

Unterscheiden lassen sich HSS von Hartmetallfräsern durch einen helleren Farbton, HM-Fräser sind grauer.

6.) Nach dem Starten fährt die Maschine unerwartet weg :

A ) Überprüfen Sie, welche Spindel als Ausgangsspindel in der Werkzeugkiste festgelegt ist 
( 'Links' oder 'Rechts' )

B ) Überprüfen Sie, welchen 'Ruhepunkt' ( das ist da, wo die Maschine vor und nach dem Job steht ) 
Sie beim 'Schild Einrichten' gewählt haben.

Beispiel : Haben Sie hier 'Oben Links' gewählt, den Punkt mit der linken Spindel angefahren und als 
neuen Ruhepunkt an der Steuerung definiert, und gleichzeitig in der Werkzeugkiste Spindel 'Rechts' 
angegeben haben, so wird oben beschriebener Fehler entstehen. Ändern Sie in der Werkzeugkiste auf 
Spindel 'Links', so fährt die Maschine korrekt.

WICHTIG : Löschen Sie den falschen Job an der Steuerung, denn solange der Alte Job nicht 
fertig ist, möchte die Steuerung genau dies gerne machen.

C ) Überprüfen Sie die Ausgangsspindel im Steuerungsmenue. ( im Untermenue 'Ausführen' )

7.) Der Gravierkopf fährt links gegen die Begrenzung der Maschine :

A ) Überprüfen Sie die Stellung des Gravierkopfes auf der Aufnahmeschiene. Die Spindel muß in der 
Mitte sitzen. Es befinden sich Markierungen auf der schwarzen Aufnahmeschiene. ( siehe Skizze )

B ) Überprüfen Sie, ob der 'Ruhepunkt' beim 'Schild Einrichten' auf 'Oben Links' steht.

C ) Überprüfen Sie die eingestellte Spindel in der Werkzeugkiste.

D ) Überprüfen Sie die Ausgangsspindel im Steuerungsmenue. ( im Untermenue 'Ausführen' )

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


WICHTIG : Löschen Sie den falschen Job an der Steuerung, denn solange der Alte Job nicht fertig 
ist, möchte die Steuerung genau dies gerne machen.

8.) Besonderheit beim Zylinder Gravieren :

Beim Zylinder Gravieren muß die Ausgangsspindel korrekt AN DER STEUERUNG EINGESTELLT WERDEN
da die X-Achse nicht mehr angesteuert wird ( wird durch die Zylinder-Drehachse ersetzt )

Einfacherers Hilfsmittel ist es, den Luftschlauch links auf die rechte Spindel zu stecken. Dabei wird die 
rechte Spindel quasi zur linken Spindel.

Version 1.12.0X = Bei 'Ausführen' 1 X Pfeil runter, dann F1, noch einmal 'Pfeil runter', noch einmal F1, 
dann F1 für die Linke Spindel, bzw. F2 für die rechte Spindel.

9.) Besonderheit der HPGL Steuerung :

Die HPGL Steuerung fährt nach dem Job nicht auf den Ruhepunkt, sondern auf den geringsten Y-Achsen 
Wert ( also nach hinten ). Drücken Sie dann 'Home', fährt die Maschine zum definierten Ruhepunkt.

10.) Diamantgravuren :

Beim Diamantgravieren wird anders als beim Fräsen kein Material abgetragen, sondern 
quasi 'beiseitegedrängt'

 

Links oben ist eine Gravur mit verschlissenem ( stumpfen ) Diamant vergrößert zu sehen, 
links unten mit einem neuen, ( spitzen ) Diamanten.

Durch den kontinuierlichen Druck des Diamanten auf das Material wird auch auf Wölbungen unkompliziert 
graviert. Die hohe Standfestigkeit - oft Jahre - ist ein weiterer Vorteil der Diamantgravuren. 
Auf weichen Materialen wie Zinn und Aluminium sowie der Schmuckbereich sind die Hauptanwendungen 
der Diamantgravur. Personal tut sich leichter, als bei Gravuren mit Fräser.

Wenn der Diamant nach Jahren verschlissen ist, gibt es nach Erhalt des 
Diamanten oft Probleme : Durch die jahrelange kontinuierliche Abnutzung 
erzeugte der Diamant ein spezielles Gravurbild, welches der neue Diamant 
anders erzeugt ( neue Diamanten sind spitzer ) Daran läßt sich nichts ändern.

Diamanten sind standardmäßig kegelförmig angeschliffen, was für die 
meisten Gravuren ausreicht. Es gibt jedoch gegen Aufpreis pyramidenförmige Diamanten, die durch 
die angeschliffenen Kanten 'schärfer' gravieren, und beispielsweise durch beschichtetes Material 
durchdringen. Diese können bei uns angefragt werden.

Bei computergesteuerten Graviermaschinen sollte beim Absenken des Diamanten ein zusätzlicher 
Federweg bereit stehen, um einen dicken 'Absenkpunkt' bei der Gravur zu vermeiden.

Wichtig beim Diamanten ist, daß beim gravieren alles spielfrei arbeitet. Damit ist sowohl die 
Werkzeug-aufnahme, als auch die Maschinenführung, sowie der Schraubstock mit dem gespannten 
Werkstück :

Dad 'D' links ist spielfrei graviert, das rechte 'D' nicht.

 

 

 

Nachteile der Diamantgravur sind : Ausfärben nicht möglich, dadurch Lesbarkeit schlechter 
und der Glanz läßt mit der Zeit nach

11.) Rotierende Diamantgravuren :

Rotierende Diamantgravuren, also Gravuren mit pyramidenförmigen, aslo NICHT kegelförmigen Diamant 
bei laufendem Motor, also wie beim Fräser, bringen bei einigen Anwendungen erhebliche Vorteile :

Glas : Da Glas ebenfalls sehr hart ist, muß hier ein rotierender Fräsdiamant benutzt werden. Eine 
Kühlung ist ebenfalls erforderlich. ( wir empfehlen unsere Koplettglasgraviervorrichtung mit 
Kühlwasserpumpe, Auffang-becken, Glasgravier-Diamant und Glasstaubabsetzbecken Best. Nr. 9018 )

 

 

 

 

 




V2A :
Die Qualität der Gravur ist nicht wie mit einem Hartmetallfräser, weist sich jedoch durch hohe 
Standzeiten im Gegensatz dazu aus. Typenschilder aus V2A sowie ander Produktkennzeichnung 
dieses Materials sind Anwendungsbeispiele. Kühlmittel sollte, wie bei Glas, verwendet werden.

Materialien mit empfindlichen Oberflächen : Hier wird der rotierende Diamant eingesetzt, wenn 
trotz aller Vorsichtsmaßnahmen nicht mit Tiefenbegrenzerkappe gearbeitet werden kann. Die 
Startverzögerung an der Maschine muß dann so eingestellt werden, daß der Vorschub erst beginnt, 
unmittelbar nachdem der Diamant ins Material eingetaucht ist.

12.) Spannvorrichtungen / Sonderspannvorrichtungen :

Was nützt die modernste Software, die ausgereifteste Mechanik und die leistungsfähigste Steuerung, 
wenn Sie das zu gravierende Teil nicht einspannen können ?

Da uns diese Problematik seit 3 Generationen bekannt ist, hat sich bei KIRBA ein gewaltiger 
Erfahrungsschatz angesammelt, von dem wir Sie gerne profitieren lassen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nennen Sie uns Ihr Spannproblem, und wir haben vielleicht schon die Lösung zu einem unglaublichen Preis. 
Da wir eine mechanische Fertigung haben, und der Weg der Bürokratie in einem Familienbetrieb minimal ist, 
finden Sie in uns den Idealen Partner.

13.) Ausfärben der Gravur

Das Ausfärben einer Gravur wird um so schwieriger, je größer 
sie ist, bzw. je flacher sie eingraviert ist ( sollte min. 0,3 mm 
sein, besser tiefer ). Ebenso gibt es unterschiedliche Methoden, 
die wir kurz beschreiben wollen :

A ) Oxyd :

Oxyd verändert die aufgefräste frische Oberfläche der Graviernut 
chemisch in schwarz, so daß der Kontrast zur restlichen 
Oberfläche erzeugt wird. Für Messing und Alluminium wird Oxyd 
angeboten. Unkompliziertes Verfahren

 

 

B ) Wachsstifte :

Gibt es in verschiedenen Farben. Zu benutzen bei kleinen Schriften, bei denen die Farbe nicht sehr haften muß. 
Unkompliziertes Verfahren für anspruchslose Gravuren.

C ) Farblack :

Eine schwierige Aufgabe, da der nach dem Trocknen glänzende Farbstich, der sehr gut aussieht, weil sich 
Farbe an den Kanten anlegt, und somit einen angenehmen Lichtreflex erzeugt, verzeiht keine 
Verunreinigungen bzw. Fussel. Alles ist sofort zu sehen, es erfordert bei der Handhabung äußerste Sorgfalt.

Die Farbe wird in die Gravur gepinselt, dann zieht man beispielsweise mit einem fusselfreien Tuch das 
Schild ab, um möglichst viel überstehende Farbe abzuwischen. Dann läßt man es antrocknen, und wischt 
die überstehende Farbe mit dem entsprechenden Lösungsmittel vorsichtig ab.

Es besteht die Möglichkeit, die Farbe mit dem entsprechenden Verdünnungsmittel flüssiger zu gestalten. 
Man kann sie dann beispielsweise in eine Spritze füllen, und den Inhalt in den jeweils ausgefrästen 
Buchstaben spritzen. Dabei entfällt das Abwischen der überstehenden Farbe.

D ) Wischmetall :

Wischmetall ist sehr gut zum Einfärben von Glas geeignet. Es handelt 
sich um eine Art Metallpaste, die in der rauhen Mikrostruktur der 
Gravur sehr gut haftet. Kurzes Antrocknen; und schon läßt sich die 
überstehende Farbe leicht wegwischen.

 

 

 

 

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